UND SO FING ES AN...
- Christina Voormann
- 27. März 2023
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Dez. 2024

Den Roten Faden spinnt von Anfang an die Pflanzenwelt mit all ihren Facetten, getrocknet und frisch, destilliert und gepresst, von der kleinen Scarlett Globemallow bis hin zu den großen Uralt-Baumriesen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass mich seit mehr als 30 Jahren besonders die indische Wissenschaft „Dravyaguna“ fasziniert, die Lehre der Eigenschaften und Wirkungen von (Arznei)-Pflanzen und anderen Natursubstanzen.

Es scheint, als ob man mir die Liebe zur Pflanzenwelt in die Wiege gelegt hat. Doch ganz so war es dann doch nicht. Meine Urgroßmutter kann man zwar als Kräuterfrau bezeichnen und Teile ihres Wissens übertrugen sich auf Großmutter und wiederum auf meine Mutter. Bei mir dauerte es lange, bis ich in die Materie einstieg. Während meine Großeltern und Eltern große Gärten als Selbstversorger bewirtschafteten und als geübte Pilzsammler im Wald unterwegs waren, nervte ich damals in meiner Freizeit lieber die Nachbarn mit stundenlangem Dreiharmonien-Geklimper auf meiner Wald- und Wiesenklampfe und selbstkomponierten Protestsongs. Ähnlich erging es meiner Deutschlehrerin mit meinen selbstgewählten Vortragsthemen u.a. über Che Guevara oder meinem (damaligen) Schwarm Keith Richards und dessen (damals noch) Vorliebe für Katzen und Ringelsocken.
Die Herbal Spirits in mir wurden erst 1987 auf leidvolle Weise geweckt. Es war die schmerzhafte Begegnung mit einem neuem, und vom Hersteller hochgelobten Sonnenschutzmittel. Nur wenige Stunden nach dem Auftragen dieser - selbst für Duty Free Shop-Verhältnisse - überteuerten braungelierten „Pampe“ landete ich bereits in einer Klinik, wo mir der behandelnde Arzt mitteilte, dass der Name dieses Kosmetikkonzerns in dermatologischen Kreisen bestens bekannt war, und zwar nicht im positiven Sinne.
Von da an kamen auf meine Haut nur mehr noch Produkte, deren Inhaltsstoffe ich nicht nur kannte, sondern auch selbst aussuchte. Dies fiel mir nicht allzu schwer, denn abgesehen davon, dass von dem Wissen meiner kräuterkundigen Vorfahren doch etwas hängen geblieben ist , z.B. wenn Uroma auf mein aufgeschürftes Knie zerriebenen Breitwegerich auftrug, hatte ich 1978 während meiner Ausbildung zur Kosmetikerin das Glück eine Heilpraktikerin als Inhaberin der Schule zu haben. Sie lehrte uns bereits damals das Anrühren von Cremes und Salben unter Verwendung natürlicher Substanzen.
Yorumlar